Thomas

16.05.2012 - Gespräche

Nette Gespräche kann man auf Amphetamin führen egal mit wem und wie. Es scheint immer ein interessant zu sein und fließt nur so dahin. Wie gut wir uns alle verstehen und lieb haben merkt man dann am Morgen, wenn irgendwelche verrückten in deinem Zimmer hocken und sich eine Bahn nach der nächsten ziehen. Und noch eine zum Schlafen gehen. Das Amph wirkt schon längst nicht mehr. Alle Speicher sind dermaßen leer wie bei einer Dürre in das Getreide. Das gibt es nichts mehr zu holen. Aber die Gewöhnung machts aus und der Stil ist zu halten. The show must go on und was weiß ich noch alles Ich versteh nie und wünsche mir das dieser Typ mit der Kerze und der Ampulle seinen Schuss woanders nehme als ich meiner verrauchten Küche. Wie zur Hölle bin ich so weit gekommen. Ich muss unbedingt raus hier und gehe frühstücken im Rock n Roll Café um die Ecke.
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11.05.2012 - Freunde

ein paar portugiesische freunde kommen mich besuchen und wollen Berlin sehen und entdecken. Ich fahre mit ihnen zu einer Bar in der ein Freund von mir 1000 Freibier bekommen hat, weil er ihnen ein Bild gemalt hat, was nun an der Wand hängt. Es ist ein schönes Bild, so viel kann ich sagen. Er hat noch 546 Bier übrig weiß man an der Theke zu erwähnen, was ein laufender Witz zu sein scheint. Er bestellt 10 auf seine übrigen und ein paar Jägermeister zeihen den Gästen die Socken aus. Draußen fangen sie schon peinlicherweise an zu schrieben und zu singen. Sie versuchen den alten Gassenhauer Wir fahren nach Berlin auf deutsch zu singen. Bitte nicht denke ich mir. Verschont uns doch. Im Berghain rasten sie dann vollkommen aus und als wir uns am Morgen bei jemanden wiederfinden, dessen Hände zittern wie bei einem Alzheimer Patienten, wundern sich selbst die Gäste aus dem Ausland, was Drogen alles mit einem anstellen können.
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17.04.2012 - Wohnung im Osten

Ich bin umgezogen. Jetzt wohne ich in der Simon Dach Straße zusammen mit einem Bekannten, den ich über einen Freund kennen gelernt habe und mit dem ich gerne zusammen Musik mache. Er hat fast das komplette Equipment und kennt sich sogar mit der Technik gut aus, was mir absolut zugegen kommt, denn ich schreibe meine Songs immer noch auf Gitarre und singe sie dann einfach ein. Den Rest erledigt er. Es klingt so einfach ist aber viel Aufwand. Warum ich diesen Aufwand hege und mich nicht um die ernsthaften Problem dieser Welt kümmere, dafür gibt es keine Antwort für mich. Aber einfach alles zu vergessen dort draußen an Bomben und Toten, Seuchen und Katastrophen geschieht rechts schon aus als Berechtigung abzuschalten. Außerdem ist der Alltägliche Müll dreckiger als den die Gossen von oben auf uns werfen. Ich halte den Rachen auf und schlucke so gut ich kann, das ölt die Stimme.
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16.04.2012 - Berghain

Im Berghain ist die Hölle los. So könnte ein billiger Werbespruch klingen, der einen Club anpreist, in dem es richtig zur Sache geht, also ein Exzess betrieben wird wie sonst nirgendwo. Allerdings schwimmt in dem Satz auch der Funkfaktor mit aufgrund des Geflügelten Wortes wirkt er doch sehr leer. Das Berghain ist fast immer voll. Voll mit Druppies, Traumtänzern und solchen ,die es gerne werden wollen für einen Abend oder für immer das weiß man hier nicht. Die Uhr ist außer Kraft gesetzt durch die monotonen Beat der aus der wuchtigen Anlage kommt. Die hohen Decken und an sich die ganze Einrichtung sind erstaunlich atmosphärisch. Ich würde öfters hingehen, wenn man nicht immer so lange am Eingang warten müsste oder ich jemanden kenne, der am Eingang dort steht und erfriert, weil der Scheisswind so arschkalt ist. Verdammt nochmal ich kanns nicht fassen. Meine Finger können noch nicht mal mehr auf der Tastatur tippen so steif sind sie von der Kälte.
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11.04.2012 - Morgens

Morgens steige aus der Bahn am Schlesi, nachdem ich bei einer mir unbekannten Frau aufgewacht bin. Die Kotze und Pisse vom Vorabend stinkt und einen Moment bin ich mir nicht sicher, ob ich es selbst bin oder meine Umwelt. Alles erscheint mir grau und matt, die Sonne geht langsam auf. Ich höre von unten Schreie, jemandem wird der Rucksack gestohlen, ein paar Jungs rennen so schnell sie können über die Straße und springen über eine Hecke um zu entkommen. Der Bestohlene kann nichts machen und er steht mit mir zusammen am Steg und wartet auf die nächste Bahn. Ich gebe ihm eine Zigarette und Feuer. Er spricht kein Deutsch und scheint jünger zu sein als ich. An diesem Morgen wird keine sitzung im Plenarsaal des deutschen Bundestages sein, zum Beispiel zur Frage der Integration, das alles ist durch Sarazzins Schlund gelaufen und viele sind dem Thema leid. In welcher Statistik er nun auftauchen wird?
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10.04.2012 - Wohnung im Westen

Ich hänge mit einer fast 10 jüngerem Mädchen rum, bei mir in der Wohnung. Weil sie noch zu Hause wohnt und ihre Eltern nichts von mir wissen dürfen, sagt sie Ihnen sie wäre beim Ballett oder bei einer Freundin. Ist das zu fassen? Die Zeit mit ihr ist so lustig und albern und sie verwirrt mich ab und zu durch bestimmte Aussagen, die mich an ihrer oder an meiner Adoleszenz zweifeln lassen. Ich glaube manchmal, ich sei der jüngere hier. Aber im Grunde ist es mir egal, denn der Sex ist gut und erfrischend, dafür opfere ich gerne ein paar Ansichten, Prinzipien, oder Dinge, die schätze, nur ihr das Gefühl zu vermitteln wir würden ähnlich sein. Was wir ganz und gar nicht sind, aber wen interessiert das denn. Die TAZ nannte Berlin mal die Stadt der Singles. Hier möchte niemand in festen Händen sein. Zuviel Möglichkeiten werden einem geboten, die man verpassen könnte und wenn man einmal draußen ist aus der Szene, dann stellt man fest, dass man nur noch 1 Prozent der Leute wirklich kennt, mit denen man 99 % seiner Zeit verbracht hat.
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16.03.2012 - Insel

Ich wünschte Berlin wäre eine Insel. In der Bahn spielt ein schmieriger Spanier Flamenco auf einer Gitarre, die sein Freund für ihn trägt. Er scheint so stolz auf sein Spiel zu sein bis ein harter Nazi ihm sagt, er solle die Klampfe wegsperren sonst gäbe es auf die Fresse. Da der Spanier kein deutsch versteht und der Nazi bestimmt kein spanisch, denkt der Spanier, dass dem Nazi das Gezupfe gefalle und lächelt in sympathisch an und spielt weiter. Der Nazi sieht sich in seiner S-Bahn Autorität gekränkt und steht auf reißt dem Spanier die Gitarre aus der Hand und wirft sie aus dem Fenster der fahrenden Bahn. Es gibt keine Fragen mehr. Alles scheint geklärt zu sein. Wir wollen euer Geheule hier nicht. Wenn du Musik spielen willst, spiel Deutsche Musik, aber lass es am besten sein. Dann haben hier alle ihre Ruhe und du musst dich nicht wie der spanische Musiktorrero aufführen, da kommen unsere Frauen nur auf falsche Gedanken.
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9.03.2012 - Kunst im Quartier


Es gibt Gegenden wo Künstler ihren Schrott für 1 Euro Fotografieren lassen. Anstelle ihn für eine paar mehr Euro zu kaufen nehmen die Touristen dann doch lieber das Foto und ziehen wieder von dannen um ihren Geliebten zu Hause davon zu erzählen, dass sie dieses Bild dort gesehen hätten und das es das ist was Berlin so einzigartig macht. Die Künstler. Es ist alles ein Lüge und nur noch das Abziehbild einer Wirklichkeit für die ich zu jung bin. Es war wohl so dass in den 90ern hier niemand wohnen wollte und dann die vielen Kreativen die billigen Mieten und großen Wohnungen schätzten. Mit ihnen kamen dann die Bars und Clubs. Dann eröffneten die ersten Galerien, vor denen Autos parkten, die mehr kosteten, als das was alle Künstler zusammen in einem Jahr verdienten. Denen verkauften sie ihre Sachen. Dadurch kam Geld in die Kasse. Geld für größere Projekte. Für dickere Anlagen in den Clubs, für besseres Personal in den Bars. Dann kamen die Touristen.
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14.02.2012 - Berlin

Bin jetzt wieder fest in Berlin und habe eine neue Wohnung am Görlitzer Bahnhof gefunden direkt in der Nähe vom Schlesischen Tor. Hier ist im Winter nicht so viel los und die Leute sitzen meist alle in ihren Stübchen kiffen, koksen oder schnorren auf der Straße Geld für Alkohol. Die Wände sind allesamt mit Tags und Parolen beschmiert, die mir das Gefühl geben hier nichts falsch machen zu können. Mich freut es dass sich auch andere daran erfreuen können. Mittlerweile gibt es ja sogar Fotobände in einem Bahnhofsautomaten für Touristen, in denen die Berliner Graffitiszene dokumentiert wird. Viele Touristen kommen hier hin und die meisten von ihnen bringen dieses komische Mallorca mir ist alles scheissegal und ich mache jetzt richtig einen drauf Party feeling mit, das hier keiner sehen will , ausser alle anderen Touristen.  Mich nervt es genauso wie die eigentlichen Berliner zu denen ich ja auch nicht gehöre. Ich bin hier auch nur zu Gast, vielleicht mehr geduldet, weil ich wenigstens noch studiere.
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9.02.2012 - Boss

Mein ehemaliger Boss hat mich angerufen und gefragt ob ich im Februar Zeit hätte an einem Projekt mitzuarbeiten. Er bietet mir 12 Euro die Stunde an und ich kann natürlich nicht widerstehen und habe zugesagt. Das wird ein Fest. Die ganzen Leute aus dem Labor wiederzusehen wird bestimmt lustig wir haben immer eine gute Zeit und reden viel, rauchen oder trinken Kaffee. So lange bis jemand sagt wir müssten mal wieder schneller arbeiten, dann geht es für ein oder zwei Wochen gut danach sitzen wir wieder rum und quatschen oder Fritz und Basti hecken irgendeinen Streich aus. So wie einmal als sie eine gefälschte Mitgliedskarte bei einer radikalen türkischen Vereinigung gefälscht und mir als original verkauft haben. Ich war vollkommen empört über die vermeidliche Tatsache, dass jemand mit dem ich arbeite in so einer Partei ist. Als es aufflog lachten alle und ich blieb stumm mit dem Gedanken mich zum echten Gutmenschen diskutiert zu haben. Naja, für mich ist die Hauptsache, dass die Zeit schnell umgeht.
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14.01.2012 - Weihnachten

Weihnachten ist wie immer toll. Mein Neffe wächst und lernt. Er ist immer ein neuer Mensch wenn ich mal wieder bei ihm bin. Er fängt langsam an zu reden und wir gehen gerne Boot fahren auf der Hase oder fahren mit seinem Ferngesteuerten Auto durch im Wald herum, der um die Ecke liegt. Manchmal schauen wir uns Hühner an oder erledigen ein paar Einkäufe für Großmutter. Kaum vorstellbar, dass Elfriede jetzt schon Großmutter, mein Bruder Vater und ich immer noch studiere. Hätte ich ein Wette abgegeben, auf die Zukunft, ich läge total falsch in der Vorstellung wie sich alles entwickelt hat. Aber an diesem Weihnachten sitzen wir alle gesund beieinander und das ist die Hauptsache. Das Kaminfeuer, die typische Weihnachtsschallplatte mit den übelsten Kirchenliedern zur besinnlichen Zeit. Ich schieße wie seit ein paar Jahren das Familienfoto mit meiner 100 Kamera und merke, dass sich vor allem die Frauen schon auf diesen Moment vorbereitet haben, was mich freut. Jede sucht schon ihre Position.
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9.01.2012 - Blitze

Wir haben positive Resonanz auf ein paar Releases bekommen, was mich freut. Gerade jetzt wo es kalt ist und viel regnet geht hier überhaupt nichts ab. Ich langweile mich die meiste Zeit und schaue Filme oder schreibe Songs, was besseres fällt mir auch nicht mehr ein mit meiner Zeit. In zwei Wochen fliege ich erstmal zurück nach Deutschland und bleibe dann über Weihnachten bei meinen Eltern auf dem Dorf, wo all die vielen Leutchen sich versammeln, die für ihr Studium, Beruf, Freund oder Freundin, psychischen Problemen oder Verfolgung durch Polizei die Gegend verlassen mussten. Meist trinken alle viel und am Ende wird sich immer geschlagen oder geküsst, kommt ganz drauf an ob man etwas geschossen oder noch eine Rechnung offen hat. Ich küsse lieber als mich zu schlagen, aber manchmal gelange ich in eine ausweglose Situation. Einmal traf ich mich mit einem Russen zu einem Showdown am Freitag Abend beim Jugendzentrum. Es ging nicht um viel mehr als unsere Ehre. Nachdem wir etwas abseits von der Enge in eine Gasse gegangen waren zog er einem hölzernen Schlagstock und traf mich damit mehrmals am Kopf. Ich sah blitze bei jedem Treffer, die durch das schwarz meiner geschlossenen Augen zogen.
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21.12.2011 - Kunstmädchen

Mein Geburtstag war vorgestern. Ich lud ein paar Leute ein, größtenteils meine Feiereltern, und hoffte darauf, dass dieses tolle Mädchen aus der Kunstfakultät auch kommen würde. Ich hatte sie einige Tage zuvor auf einer Party kennengelernt und war hin und weg von ihrer Schönheit. Sie kam spät mit einer Freundin und beteiligte sich kaum am Geschehen. Ich versuchte natürlich ihr irgendwie zu imponieren, doch bekam mehr das Gefühl nicht sonderlich wichtig für zu sein. Stattdessen nervte mich eine Brasilianerin, die ich mir schon seit einigen Wochen hinterherlief und mit der ich mir wirklich gar nichts vorstellen konnte. Am Ende war ich so besoffen, dass ich in einer Bar in einen Streit geriet. Der wirbelnde portugiesische Teufel schlug mir mit seinem Kopf auf die Oberlippe die  vorderen Schneidezähne aus und ein paar Freunde brachten mich in die Ambulanz des Santa Maria Krankenhauses, wo ich auch studierte. Ich konnte gleich über Nacht bleiben, um am nächsten Morgen die Klausur über Augenheilkunde zu schreiben, für die ich nicht gelernt hatte.
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16.12.2011 - Matsche

Nach diesen ganzen Tagen an denen ich mit meinen Mitbewohnern zuviel geraucht und gesoffen habe fühle ich mich wie Matsche. Die Zeit und den Raum um mich herum nehme ich nicht mehr als ganzes wahr, sondern lediglich mich als Körper innerhalb dieser. Stimmen wirren umher als wären sie niemals für mich bestimmt und am heutigen Seminartag musste ich mehrmals passen, da ich weder vorbereitet noch den Hauch einer Ahnung hatte worüber überhaupt gesprochen worden ist. Mein Gefühl entspricht dem, welches ich beim Hören des Portugiesischen empfinde. Die ganzen Zsich- und tschlaute verweben sich zu einem Brei, der schon während des Kauens herunter geschluckt wird. Mich wurde schlecht und ging erstmal auf die Toilette um eine wenig runterzukommen. Nach einer halben Stunde betrat ich wieder das jetzt leere Seminar zimmer. Wo alle geblieben sind werde ich wahrscheinlich nie herausfinden und versuchte ich einfach den Weg nach Hause zu finden und verlief mich zweimal, ein drittes mal stand ich vor dem Süßigkeitenautomaten in der Eingangshalle und fragte mich was hier wollte.
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11.12.2011 - Ciao

Die Italienerin, meine Mitbewohnerin, ist gestern zurück nach Padua gefahren, wo sie Psychologie studiert. Ich vermisse sie schon ein wenig, obwohl von Anfang an klar war, dass wir uns nicht wieder sehen werden oder höchstens mal treffen. Allerdings wird sie bestimmt zu ihrem Freund zurück gehen, mit dem sie während des Erasmus eine Pause eingelegt hat. Sie wird ihn heiraten, schöne Kinder bekommen und eine tolle Mutter werden. Und sie wird gut dabei aussehen, so wie sie jetzt gut aussieht in ihrem lockeren Schlafklamotten, die Haare zerzaust von der wilden Nacht, in der ich mal wieder nicht so geschlafen habe wie ich es bräuchte um über den Tag zu kommen. Gestern hat sie einen langen Monolog über die Gesellschaft in Amerika gehalten und alle am Tisch hangen an ihren vollen Lippen. Nachdem sie zu Ende gesprochen hatte bekam sie tosenden Beifall und Lob von den Anwesenden. Ich bin so stolz auf sie. Vielleicht sollte ich sie nicht gehen lassen. Vielleicht liegt das aber auch nicht meiner Macht.
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7.12.2011 - Konzentration

Ich habe noch genau einen Monat hier in Lissabon. Am Ende schreibe ich noch ein paar Klausuren und habe mündliche Prüfungen. Der Druck sich zu Konzentrieren steigt kontinuierlich an und mehr und mehr setze ich die Priorität aufs Lernen. Das größte Problem stellt dabei die Sprache dar, die ich noch kaum beherrsche. Ich denke mir, wie ich es schaffen soll, eine dritte Fremdsprache so zu beherrschen wie Englisch, das ich schon so lange spreche, so viele Filme in dieser Sprache gesehen und Lieder gehört habe, mehrere Urlaube in englischsprachigen Ländern gemacht und unendliche Gespräche in geführt habe. Das lässt mich zweifeln, jemals so gut portugiesisch zu  lernen. Ich kenne auch kaum Portugiesen, mit denen ich viel spreche. Die meisten reden englisch mit mir auch weil es für sie leichter es sich so zu unterhalten. Hier in Portugal sind ja alle Filme auf englisch und mit portugiesisch untertitelt.
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25.11.2011 - Alte Freunde

Einer meiner besten Freunde hat Geburtstag und ich war ihn besuchen dafür. Er ist Spätaussiedler und dementsprechend waren auch viele Russen dort und tranken ihren geliebten Wodka mit Orangensaft, saßen sogar lieber in ihrer Hocke auf dem Rasen und spielten Durack mit einem Skatkartenspiel als am Tisch. Leider war auch ein Mädchen dar, mit dem ich in meiner Schulzeit viel zu tun hatte. Wir haben zusammen eine Mitfahrgelegenheit gebildet. Für mich war es damals ein Graus mit ihr zu fahren. Nicht nur weil wir uns einfach nicht gut verstanden und es nie etwas zu lachen gab, sondern auch weil wir so ganz unterschiedliche Vorstellungen von unserem Leben hatten. Dennoch haben wir uns irgendwie arrangiert und noch einen dritten Mitgenommen, der in ihrer Nachbarschaft wohnte und ein ziemlich lieber Kerl war, der keiner Fliege was zu Leide tun konnte. Die Party verließ ich dann mit dem Eindruck, dass ich eigentlich gar nicht´s mehr gemeinsam mit meinem ehemaligen besten Freund hatte.
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21.11.2011 - Resonanz


Habe hier jemanden getroffen, mit dem ich zusammen Musik machen kann. War echter Zufall, dass wir uns über den Weg gelaufen sind. Er ist der Freund einer Bekannten, die ich beim Basketball kennengelernt habe und studiert zufällig mit mir zusammen. So kamen wir ins Gespräch und dann erzählte er, dass er auch Musik mache und jemanden suche mit dem er etwas aufnehmen kann. Ein paar Tage später haben wir uns getroffen und ich habe ihm Sachen gezeigt, die ich mal geschrieben habe. Die Aufnahmen klingen gut. Ein paar Sachen werden wir sicherlich online stellen andere behalten wir einfach für uns. Würde mich freuen wenn wir Resonanz bekämen. In letzter Zeit ist sonst nicht so viel los. Ich muss viel für die Uni machen und habe jede Menge damit um die Ohren.  Hier in Lissabon kommen schon die neue Generation an und alles wird sich wiederholen.
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16.11.2011 - Sport

Sitzen ist und bleibt ein Sport für Könige. Ich für meinen Teil stehe nur ungern auf. Auster wenn mich jemand provoziert oder ich eine wahnsinnige Leidenschaft für eine Idee entwickele, die ich unbedingt jemanden mitteilen möchte. Die Energie, die ich beim gestikuliere verschwende, könnte bestimmt den Strom für einen Tag Licht aus einer Glühbirne bringen. Meistens passiert das wenn ich bekifft bin. Ich verwandle Joints in einen Wertstoff, wegen dem Kriege geführt oder Länder zerstört werden. Japan ist jetzt lange her. Genau ein Jahr. Das sind ungefähr 1000 Schlagzeilen, wenn man zweimal am Tag auf Tagesschau.de nachguckt. Ich habe BSE überstanden, Schweine- und Vogelgrippe und EHEC, also steigt die Wahrscheinlichkeit drastisch, dass ich bei der nächsten großen medialen Epidemie mit am Start bin. Was ein Grund zur Freude ist, denn dann werde ich mir  statistisch nie wieder Sorgen um mein Essen machen müssen und kann sitzen bleiben.
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10.11.2011 - Gefühle

Ich hab mir gerade Beginners von Mike Mills angeschaut. Hätte ihn so gerne ihm Kino gesehen, aber leider habe ich es irgendwie verpasst als er lief. Ich bin ziemlich geflasht von der Story allerdings finde ich dass er einfach zuviel auf die emotionale Pauke gedrückt hat. Obwohl ich eigentlich meine, dass Gefühle das einzig wahre sind was wir noch in unserer rationalen Zeit haben und der Wirklichkeit mehr als alles entsprechend als unser Denken. Selbst wenn ich mir aufs Sehnlichste Wünsche mit dem Becksschiff auf die Bacardi Insel zu segeln und mir diese Begierde doch wirklich nur von irgendeinem unmoralischen Werber ins Herz gesetzt worden ist, ist es doch wahr dieses Gefühl, das nicht wie ein gedankliches Konstrukt auf mich einwirkt sondern von innen heraus geweckt wird. Jemand wusste mehr über mich als ich selbst. Ob mir das Angst machen sollte, weiß ich nicht.
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